PROJEKTBERICHT / BIBERACH AN DER RIß
Wallbox in der Garage eines Einfamilienhauses in Biberach.
Fünf Meter Ladekabel, eine zusätzliche CEE-Steckdose und vorhandene Kernbohrungen: So entstand die neue Lademöglichkeit zu Hause.




Zu Hause laden – und die Garage vielseitiger nutzen
In einem Einfamilienhaus in Biberach an der Riß wünschte sich der Kunde eine eigene Wallbox in der Garage. Zusätzlich sollte eine CEE-Steckdose den Anschluss von Maschinen ermöglichen. Wir übernahmen die Begehung, Angebotserstellung, Installation, Prüfung und Anmeldung beim Netzbetreiber.
Die Begehung: vom Haus bis zur Garage planen
Zu Beginn besichtigten wir die vorhandene Elektroinstallation und den vorgesehenen Leitungsweg zur Garage. Entscheidend waren der Anschluss in der Hausverteilung, die Möglichkeiten zur Leitungsführung und die gewünschte Position von Unterverteiler, Wallbox und CEE-Steckdose. Drei Tage nach der Begehung erhielt der Kunde unser Angebot.
Vorhandene Kernbohrungen nutzen und zusätzliche Arbeiten vermeiden
Für den Weg vom Haus zur Garage konnten wir bestehende Kernbohrungen nutzen, die ursprünglich für die Heizung erstellt worden waren. Eine neue Kernbohrung war deshalb bei diesem Projekt nicht erforderlich. Solche Möglichkeiten berücksichtigen wir bereits bei der Begehung: Wo der Bestand geeignet ist, nutzen wir ihn weiter und vermeiden unnötige zusätzliche Eingriffe.
Unterverteiler, Fronius-Wallbox und zusätzliche CEE-Steckdose
In der Garage installierten wir einen Unterverteiler und die Fronius-Wallbox mit einem fest angeschlossenen, fünf Meter langen Ladekabel. Daneben wurde eine CEE-Steckdose für den späteren Anschluss geeigneter Maschinen montiert. Die erforderlichen Schutzgeräte befinden sich in der Unterverteilung. Die Fotos zeigen sowohl die fertige Installation als auch den geöffneten Unterverteiler und den Anschluss in der bestehenden Hausverteilung.
Der Ladestrom läuft über den eigenen Hausstromzähler
Die Wallbox ist hinter dem bestehenden Stromzähler des Einfamilienhauses angeschlossen. Ihr Verbrauch wird damit über den eigenen Stromvertrag des Kunden abgerechnet. Ein zusätzlicher Abrechnungszähler ausschließlich für die Wallbox wurde bei diesem Projekt nicht installiert.
Ein Arbeitstag und zehn Monteurarbeitsstunden
Die Montage vor Ort wurde innerhalb eines Arbeitstags abgeschlossen. Insgesamt entfielen zehn Monteurarbeitsstunden auf die Ausführung. Diese Angabe beschreibt die summierte Arbeitszeit und dient als Einblick in dieses konkrete Projekt. Leitungswege, der Zustand der vorhandenen Anlage und zusätzliche Arbeiten können den Aufwand bei anderen Gebäuden verändern.
Installationsübersicht und dokumentierte Inbetriebnahme
Zum Abschluss erhielt der Kunde ein Prinzipschema als Übersicht der Installation. Die elektrische Prüfung und Inbetriebnahme wurden mit einem Installationstester dokumentiert; der Kunde erhielt das zugehörige Prüf- und Inbetriebnahmeprotokoll. Für die Erstprüfung elektrischer Anlagen ist insbesondere DIN VDE 0100-600 relevant, für die Versorgung von Elektrofahrzeugen DIN VDE 0100-722.

Das Prinzipschema ist Teil der übergebenen Anlagendokumentation. Es zeigt den Aufbau und die Zuordnung der neuen Stromkreise und ergänzt das Prüf- und Inbetriebnahmeprotokoll.
Anmeldung beim Netzbetreiber und die drei §14a-Module
Die Anmeldung der Wallbox beim Netzbetreiber wurde durchgeführt. Die Rückmeldung stand zum Zeitpunkt dieses Berichts noch aus. Für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach §14a EnWG gibt es drei Module zur Reduzierung der Netzentgelte. Das sind keine drei eigenständigen Stromtarife: Die Auswahl und Umsetzung werden mit dem Stromlieferanten und den technischen Voraussetzungen des Anschlusses abgestimmt.
Modul 1: pauschale Entlastung mit dem vorhandenen Zähler
Modul 1 ist die Standardoption und bietet eine jährliche pauschale Netzentgeltreduzierung. Ein separater Zähler nur für die Wallbox ist dafür nicht nötig. Damit passt dieses Modul grundsätzlich zur hier ausgeführten Abrechnung über den Hausstromzähler. Ob es wirtschaftlich am besten ist, hängt vom tatsächlichen Netzstromverbrauch und den übrigen Vertragsbedingungen ab.
Modul 2: verbrauchsabhängige Entlastung mit separatem Zähler
Bei Modul 2 wird der Netzentgelt-Arbeitspreis für die steuerbare Verbrauchseinrichtung um 60 Prozent reduziert. Dafür ist eine getrennte Verbrauchsmessung mit eigenem Abrechnungszähler erforderlich. Die Reduzierung betrifft das Netzentgelt, nicht den gesamten Strompreis. Bei hohem Netzstrombezug kann diese Variante interessant werden; zusätzliche Zähler- und Umbaukosten müssen in den Vergleich einfließen. Diese separate Messung ist im hier beschriebenen Projekt nicht enthalten.
Modul 3: zeitvariable Netzentgelte als Ergänzung zu Modul 1
Modul 3 ergänzt ausschließlich Modul 1 und setzt ein intelligentes Messsystem voraus. Je nach Zeitfenster gelten unterschiedliche Netzentgeltstufen. Wer das Laden in günstigere Zeiten verschieben kann, kann dadurch profitieren. Entscheidend ist die zeitliche Flexibilität; Modul 3 ist nicht ausschließlich für Vielfahrer gedacht und lässt sich nicht mit Modul 2 kombinieren.
Eine feste Grenze von 15.000 oder 20.000 Kilometern pro Jahr entscheidet nicht über das passende Modul. Fahrzeugverbrauch, Ladeanteil zu Hause, selbst erzeugter PV-Strom, Netzentgelte und Messkosten beeinflussen die Rechnung. Wir besprechen die Möglichkeiten passend zum Anschluss. Informationen der Netze BW zu §14a und den Modulen
Was bedeutet das für ein ähnliches Wallbox-Projekt?
Dieses Projekt zeigt, wie eine bestehende Hausinstallation und vorhandene Durchführungen für eine neue Ladestation genutzt werden können. Die zusätzliche CEE-Steckdose erweitert die Nutzungsmöglichkeiten der Garage. Für eine erste Kostenspanne können Sie unseren Wallbox-Rechner verwenden. Ein verbindliches Angebot erstellen wir nach Prüfung der Situation vor Ort.
Vielen Dank für das Vertrauen
Wir bedanken uns beim Kunden in Biberach an der Riß für das Vertrauen in unseren Familienbetrieb und wünschen viel Freude beim Laden zu Hause.